Kleine Chronik des Bezirksblasmusikverbandes Imst

 

 

(erstellt im Jahre 2020 durch Daniel Neururer)

 

 

 

 

Der Bezirksblasmusikverband Imst wird in weiterer Folge als BBMV Imst abgekürzt werden.

 

 

Gegründet wurde der BBMV Imst im Jahre 1948. Die ersten erhaltenen Aufzeichnungen der Bezirksschriftführer beginnen mit der Jahreshauptversammlung vom 01.03.1964. Bilder im Besitz des BBMV sind erst ab den 2000er-Jahren vorhanden. Hier jedoch ein durchaus repräsentatives Bild (da hier einige langgediente Funktionäre abgebildet sind) des Bezirksvorstandes mit höchster Wahrscheinlichkeit aus dem Jahre 1978. Es stammt aus dem Buch „Das große Tiroler Blasmusikbuch“ (Egg u. Pfaundler) aus dem Jahr 1979.

 

 

Die abgebildeten Mitglieder des Bezirksvorstandes sind: Josef Neururer (war 9 Jahre Bezirksobmann), Othmar Baumgartner (war 18 Jahre Bezirkskapellmeister), Johann Heiß (war 17 Jahre Bezirksjugendreferent u. 3 Jahre Bezirkskapellmeisterstellvertreter), Hermann Auer (war bis 1964 Bezirkskapellmeister und dann wieder zwischen 1979 und 1982 u. weiters 6 Jahre Bezirkskapellmeisterstellvertreter), Walter Neuner (war 6 Jahre Bezirksobmannstellvertreter), Oswald Klotz (war 9 Jahre Bezirksschriftführer), Erich Schöpf (war 9 Jahre Bezirkskassier), Karl Auer (war 3 Jahre Bezirksbeirat), Fritz Röck (war 12 Jahre Bezirksobmannstellvertreter und 3 Jahre Bezirksbeirat), Franz Treffner jun. (war 4 Jahre Bezirkspressereferent).

 

 

Der BBMV Imst besteht heute aus den Musikkapellen Arzl im Pitztal (gegründet 1810), Stadtmusik Imst (gegründet 1804), Musikkapelle Imsterberg (gegründet 1825), Musikkapelle Jerzens (gegründet 1852), Musikkapelle Karres (gegründet 1951), Musikkapelle Karrösten (gegründet 1923), Musikkapelle Mils bei Imst (gegründet 1954), Musikkapelle Nassereith (gegründet 1712), Musikkapelle Piller (gegründet 1902), Musikkapelle Roppen (gegründet 1835), Musikkapelle St. Leonhard im Pitztal (gegründet 1911), Musikkapelle Tarrenz (gegründet 1826), Musikkapelle Wald im Pitztal (gegründet 1857), Musikkapelle Wenns (gegründet 1831), Musikkapelle Zaunhof (gegründet 1950) sowie der Postmusik Imst (gegründet 1974) und verfügt über einen von diesen Musikkapellen gewählten Bezirksvorstand, welcher sich um die musikbezirksweiten (die hier nicht genannten Musikkapellen des politischen Bezirkes Imst befinden sich im Musikbezirk Silz) Angelegenheiten dieser Musikkapellen kümmert und ein Bindeglied bildet zwischen den Genannten und dem Tiroler Blasmusikverband. Diese musikbezirksweiten Angelegenheiten haben sich im Laufe der Geschichte verändert, bestehen aber nach wie vor in der Ehrungs- und Subventionsabwicklung, der Mitorganisation: der Bezirkswertungsspiele, der Bezirksmarschwertungen, des Bezirksmusikfestes, der bezirksweiten Schulungen (z.B. für Stabführer) sowie der musikbezirksweiten Jungmusikantenförderung wie z.B. dem „MusikCamp“, dem „Tag der Jugend“, der Bezirksmarschierprobe, der Bezirkswettbewerbe „Musik in kleinen Gruppen“.

 

 

Was die Vertretung im Bezirksvorstand betrifft gibt es wie wohl überall engagierte Musikkapellen, dann ein großes „Mittelfeld“ und zum Schluss eine paar Musikkapellen, die drücken wir es einmal so aus, sich in nobler Zurückhaltung üben. Im Grunde genommen ähnlich wie es auch mit den Musikantenfamilien in den Musikkapellen ist, wo sich einige mehr und einige weniger einsetzen. Über den gesamten Zeitraum ab Aufzeichnungsbeginn gesehen sticht in der Bezirksarbeit dabei ganz klar die Stadtmusik Imst heraus, welche 17 Funktionäre gestellt hat und mit ihren 4 Bezirksobmännern und 2 Bezirkskapellmeistern die mit Abstand längste organisatorische und musikalische Führungszeit inne hatte. Die „zweite Reihe“ besteht wohl aus der MK Roppen (8 Bezirksfunktionäre mit Bezirksobmann, langjährigem Bezirkskapellmeister, langjährigen Bezirksjugendreferenten u.a.), der MK Tarrenz (7 Bezirksfunktionäre mit langjährigem Bezirksobmann, Bezirkskapellmeister, langjährigem Bezirkskassier) und der MK Wenns (9 Bezirksfunktionäre mit Bezirksobmann, Bezirkskapellmeister, Bezirksjugendreferent, langjährigem Bezirksstabführer), wobei z.B. die MK Wenns in den 1960er bis 1970er Jahren im Bezirksvorstand stark vertreten war und die MK Roppen in den 2000er-Jahren bis heute. Dadurch, dass der BBMV Imst über 16 Musikkapellen und ca. 800 aktive MusikantInnen verfügt gibt es auf Familienebene gesehen eine größere Streuung von Bezirksvorstandsmitgliedern. Eine Familie ist dessen ungeachtet jedoch auffallend stark vertreten: die Familie Perkhofer-Heiß. Aus Sicht von Ehrenbezirkskapellmeister Klaus Heiß war sein Vater Hans Heiß 17 Jahre Bezirksjugendreferent und 3 Jahre Bezirkskapellmeisterstellverterter, sein Großvater Franz Xaver Perkhofer 3 Jahre Bezirkskapellmeister (er ist 2010 im hohen Alter von 105 Jahren verstorben und war damit das am längsten lebende Bezirksvorstandsmitglied und sehr wahrscheinlich auch überhaupt der am längsten lebende Musikant in der Geschichte des BBMV Imst), sein Onkel Eduard Perkhofer 6 Jahre Bezirksschriftführer und 12 Jahre Bezirksstabführer und sein Cousin Christian Perkhofer 3 Jahre Bezirksbeirat. Im weiteren Sinne würde dann zur Familie auch noch Mag. Martin Scheiring, welcher 6 Jahre Bezirkskapellmeister war und eine Perkhofer-Cousine von Klaus Heiß geheiratet hat, zählen. Mag. Martin Scheiring war während seiner Bezirkskapellmeistertätigkeit zusätzlich 3 Jahre als Landeskapellmeister-Stellvertreter tätig und damit in der Geschichte des BBMV Imst einer der wenigen Vertreter im Vorstand des Tiroler Blasmusikverbandes. Was zumindest historisch betrachtet etwas mit der Lage des Musikbezirkes Imst und der entsprechenden Fahrtstrecke zu den Sitzungen des Landesverbandes in Innsbruck zu tun hatte, wie Bezirksobmann Josef Neururer in der Generalversammlung des BBMV Imst 1974 gegenüber dem Landesverbandsgeschäftsführer Karsten anspricht: „Kritik an der neuen Zusammensetzung des Landesvorstandes – die 3 westlichen Bezirke Silz, Landeck und Imst sind wieder nicht in der Landesleitung vertreten! Das Problem ist die Finanzierung der Fahrten!“. Heutzutage sind die Fahrtkosten aufgrund des allgemeinen Wohlstandes natürlich kein großes Thema mehr und immerhin ein ehemaliger Bezirksfunktionär hat im Musikwesen Tirols nun eine steile Karriere hingelegt: Helmut Schmid MA (er war u.a. 3 Jahre Bezirksjugendreferent) war von 2001 bis 2010 Landesjugendreferent, von 2004 bis 2013 Bundesjugendreferent-Stellvertreter des ÖBV und seit 2013 Bundesjugendreferent des ÖBV und war in seinem Brotberuf von 2000 bis 2016 Landesschulinspektor, d.h. Gesamtverantwortlicher für alle Musikschulen und deren Musikpädagogen im Land Tirol. Seit 2016 ist er sogar Landesmusikdirektor und damit neben seinem bisherigen Aufgabengebiet auch noch für das Tiroler Landeskonservatorium zuständig.

 

 

Im Jahre 1963 hatte der BBMV Imst ebenso wie heute 16 Mitgliedskapellen, damals noch mit der Musikkapelle Obsteig (diese war bis 1997 im BBMV Imst), aber noch ohne die Postmusik Imst. Diese wurde erst 1974 gegründet – Zitat aus der Gründungsjahreshauptversammlung: „…Die Kapelle hat einen derzeitigen Stand von 26 Mann, alles Postbedienstete des Telegraphenbautrupps, der Postgaragen und der Postämter des Bezirkes Imst. Es wurde auch der Wunsch geäußert, keine anderen Musikanten für die Kapelle zu berufen außer Postler. Die kleine Trommel wurde bereits durch Spenden erstanden. …“. Die neue bezirksweite Musikkapelle war aber am Anfang wohl nicht gern gesehen, denn auf Anfrage des Tiroler Blasmusikverbandes teilt Bezirksobmann Josef Neururer im Jahre 1976 mit, „dass die neugegründete Postmusik, welche ein entsprechendes Ansuchen gestellt hat, gemäß einem Beschluss der Obleute des Musikbezirkes aus diversen genannten Gründen nicht in den Bezirksverband aufgenommen wird. Weiters möchten sie darauf hinweisen, dass die Postmusik auf Instrumenten der Kapellen spielt und dass die Kapellen einhellig der Auffassung sind, dass bei Ausrückungen die Musikkapelle des Dorfes zuerst kommen muss.“ Wann genau die Postmusik dann doch in den BBMV Imst aufgenommen wurde, erschließt sich aus den vorliegenden Unterlagen nicht mehr. Es kann jedoch nicht ganz geleugnet werden, dass auch nach der Aufnahme in den BBMV Imst sich bis in jüngste Zeit Kritik an der Postmusik Imst (welche sich von einer „Firmenmusikkapelle“ in mittlerweile ein Auswahlorchester – mit überwiegend Musikanten aus dem Musikbezirk – verwandelt hat und wohl als kleines Kuriosum zurzeit über keinen einzigen aktiven „Postler“ mehr verfügt) gehalten hat. Heute ist die Postmusik Imst jedoch ein voll akzeptiertes Mitglied des BBMV Imst, welche ihren Ausrückungs- und Probenplan bestens auf die Dorfkapellen abstimmt und engagierten Musikanten aus dem Musikbezirk, welche nunmehr nebenbei häufig auf eigenen Instrumenten spielen, eine gute Plattform bietet.

 

 

Dass Einflusssphären auch unter den bestehenden Dorfkapellen schon früh ein Thema war, zeigt sich wohl im Jahreshauptversammlungsbeschluss vom 14.02.1960 im Gasthof „Krone“ in Imst, wo beschlossen wurde: „Wenn im Ortsbereich einer anderen Musikkapelle aufgetreten werden will, muss zuerst das Einvernehmen mit dieser Musikkapelle hergestellt werden.“

 

 

Das erste Bezirksmusikfest (früher auch als „Tag der Blasmusik“ bezeichnet) hat im Jahre 1949 in Imst stattgefunden. Seit dann wurden wohl bis 1969 Bezirksmusikfeste alle drei Jahre abgehalten und ab 1971 fanden Bezirksmusikfeste fast jedes Jahr statt (nämlich außer 1975, 1977, 1979, 1987, 2014 und 2020, wo sich meist keine Musikkapelle fand, welche das Fest veranstalten wollte). Die Bezirksmusikfeste waren für die Musikkapellen dabei leider nicht zu allen Zeiten Fixtermine (z.B. 1976 nahmen nur 9 Kapellen daran teil) und Bezirksobmann Josef Neururer hat sich anlässlich des Bezirksmusikfestes 1978 zu folgendem Appell veranlasst gesehen: „Sehr geehrter Herr Obmann, die Bezirksleitung hat in den letzten Jahren in vielen Vorsprachen und Schreiben eine Menge Geld für Trachten, Instrumente, Pavillons, Probelokale, Jungbläserseminare und Jugendausbildung (Musikschule) in den Bezirk gebracht. Schauen auch Sie es als Verpflichtung und Ehre an, durch Ihr Mitwirken beim Bezirksmusikfest die Einheit aller Kapellen zu dokumentieren!“ Sehr früh wurden in die Bezirksmusikfeste auch Marschwertungen und Konzertwertungen (diese finden heutzutage an separaten Terminen, in wohl besser als die Festzelte geeigneten Veranstaltungssälen statt) integriert und exemplarisch sei hier ein Wertungsspiel beim Bezirksmusikfest aus dem Jahre 1963 erwähnt: SMK Imst, MK Nassereith und MK Roppen je 1. Rang mit Auszeichnung in „schwere Musik“ und MK Karres je 1. Rang mit Auszeichnung in „leichte Musik“. Heutzutage wäre „schwere Musik“ wohl in der Stufe C oder D anzusiedeln und obwohl natürlich jede Musikkapelle in ihrer Geschichte Schwankungen in Bezug auf z.B. der Mitgliederstärke und musikalischen Leistungsfähigkeit unterworfen ist, zählen die SMK Imst, die MK Nassereith und die MK Roppen noch heute - wo dann natürlich auch die MK Tarrenz nicht vergessen werden darf - zu den größten und musikalisch leistungsfähigsten Musikkapellen des BBMV Imst. Apropos geschichtliche Schwankungen im Leben der Musikkapellen: die Aufzeichnungen des BBMV Imst berichten u.a. von „Die Musikkapelle Obsteig habe leider immer noch mit enormen Schwierigkeiten zu kämpfen und sei derzeit nicht aktiv.“ (1964), „Die Musikkapelle Arzl im Pitztal hatte in den letzten Jahren große Schwierigkeiten zu überwinden.“ (1971 und war aber auch in den 1950er-Jahren und Anfang der 1980er-Jahren knapp vor dem „Aufrumpeln“, auf gut hochdeutsch gesagt etwa "beim unsanft aufhören“). Höhen und Tiefen hatte wohl jede Musikkapelle in ihrer meist langen Geschichte zu bewältigen, bekannt sind z.B. noch, dass die Musikkapelle Nassereith Mitte bis Ende der 1970er-Jahre praktisch zum Erliegen gekommen ist und mangels Kapellmeister zeitweise nicht ausrücken konnte oder die Musikkapelle St. Leonhard i.P., welche in ähnlicher Zeit einmal komplett „aufgerumpelt“ ist und dann mit einer gänzlich neuen sehr jungen „Musikantentruppe“ 1978 (der "Älteste" war mit 16 Jahren Egon Neururer, welcher daher den Obmann machen "musste") unter dem „auswärtigen“ (er kam von Zaunhof) Kapellmeister Franz Santeler praktisch wieder von null angefangen hat. Bei der Generalversammlung 1980 berichtet Bezirksobmann Hermann Hausberger: „Da in St. Leonhard und in Nassereith Bestrebungen im Gange sind eine MK zu bilden, gibt es ca. 100 Musiker mehr als im vorigen Jahr.“ In jüngster Zeit kämpfte die Musikkapelle Mils etwas um ihren Weiterbestand, hat jedoch jetzt wieder einen Obmann sowie einen musikalischen Leiter und kann mit einem guten Klangkörper wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken. Die Musikkapelle ist zweifelsohne eine schöne, aber auch zeitaufwändige Freizeitbeschäftigung und hat aufgrund ihrer Anforderungen natürlich auch große Herausforderungen zu stemmen: wie die (z.B. beruflich und familiär) „ausgelasteten“ MusikantInnen weiterhin an die Musikkapelle zu binden, einen entsprechend engagierten Musikantennachwuchs zu erwerben und immer wieder Funktionäre (allen voran natürlich die KapellmeisterInnen und Obleute) zu finden, damit es weitergeht. Die Faktoren verfügbare (Frei-)Zeit und die Einsatzbereitschaft für die Allgemeinheit sind heutzutage wohl eher rückläufig, jedoch kann sich dieser Trend auch einmal wieder umdrehen und vor allem: die gute alte „Blasmusikzeit“ (wo alles „bestens“ und „ungefährdet“ war) - wie wir heute vielleicht glauben - hat es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nie gegeben.

 

 

Ein kurzzeitiger musikalischer Indikator für den Stand der musikalischen Entwicklung einer Musikkapelle war wohl auch, ob sie noch in der veralteten „Hohen Stimmung“ (4 Musikkapellen in Österreich spielen heute bewusst noch in dieser Stimmlage, auf darauf angepassten Instrumenten) spielten oder schon auf der „Normalstimmung“ (was mit der Neuanschaffung fast des kompletten Instrumentariums verbunden war). 1964 hatten noch die Musikkapellen Imsterberg, Tarrenz, St. Leonhard i.P., Jerzens, Zaunhof und Mils die „Hohe Stimmung“. 1969 stellte mit der MK Mils die letzte Musikkapelle im BBMV Imst auf die „Normalstimmung“ um.

 

 

Ohne Geld ka Musi“ stimmt natürlich, wenngleich in den Anfangsjahren trotzdem nicht viel Geld vorhanden war und der Kassier (oder der Schriftführer im Verfassen des Protokolls) dann in der Jahreshauptversammlung von 1964 ironisch bemerkt hat, dass der derzeitige Kassastand die enorme Summe von ATS 448,20 (entspricht heute ca. € 193,00) aufweist. Der Anfangsbestand hat 1963 ATS 1.698,90, die Ausgaben ATS 1.250,70 und die Einnahmen ATS 0,00 betragen. Noch im Jahre 1967 beklagt Bezirksobmann Johann Wassermann: „Der Bezirksverband hat keine Einnahmen. Vor 3 Jahren wurde vom Landesverband einmal ein Beitrag in Höhe von ATS 1.500,00 geleistet. Dieser Betrag ist inzwischen bereits aufgebraucht und die Verwendung im jeweiligen Kassenbericht ausgewiesen. Es ist ohne Zweifel ein jährlicher Betrag von ca. ATS 500,00 notwendig, damit die mit der Bezirksleitung verbundenen Kosten annähernd bestritten werden können und nicht immer die eigene Geldtasche herhalten muss.“ Der BBMV Imst verfügt zu dieser Zeit - wie man sieht – noch über keine Mitgliedsbeiträge von den Musikkapellen oder einen jährlichen Zuschuss für die Verbandstätigkeit seitens des Landes Tirol. Ein „Vermögen“ sind die direkten Einnahmen des BBMV Imst (die Subventionen sowie die Jungbläserförderung des Landes Tirol sind ja auf dem Bezirkskonto nur ein Durchläufer hin zu den Mitgliedskapellen) jedoch auch heutzutage nicht (Mitgliedsbeiträge von den Musikkapellen betragen in Summe ca. € 1.600,00 und die Subvention des Landes Tirol € 800,00) und werden zur Gänze von bezirksweiten Aktivitäten, wie dem Bezirksmusikfest, dem „MusikCamp“, dem „Tag der Jugend“ u.a. aufgebraucht. Die aktuellen Bezirksvorstandsmitglieder erhalten keinerlei Aufwandsentschädigungen oder Kilometergelder, was bei dieser Gelegenheit vielleicht einmal erwähnt werden sollte. 1967 wurde dann vermutlich aufgrund der zitierten Aussage des Bezirksobmannes Wassermann ein Mitgliedsbeitrag an den BBMV Imst von ATS 50,00 pro Musikkapelle beschlossen (1972 wurde der Mitgliedsbeitrag dann auf ATS 5,00 pro Musikant erhöht, später auf ATS 10,00 und ist nunmehr bei € 2,00 pro Musikant). Jedoch hatte nicht nur der BBMV Imst spärliche Mittel. 1971 berichtet Bezirksobmann Josef Neururer bei der JHV: „Die Gemeinden des Bezirkes Imst sind äußerst finanzschwach, daher wird der Landesgeschäftsführer um besondere Berücksichtigung unserer Kapellen bei den Anträgen um Subvention durch die Landeskulturabteilung ersucht.“ Tatsächlich waren diese Subventionen meist wichtige Einnahmequellen für die Musikkapellen, da diese bis z.B. auf Waldfeste und Ähnliches kaum eigene Feste hatten und die Gemeinden ihnen damals noch wenig finanzielle Unterstützung bieten konnten. Noch 1975 formuliert Bezirksobmann Josef Neururer drastisch: Bezirk Imst ist ein „Notstandsgebiet“. Manche Gemeinden haben 2 Kapellen. Große finanzielle Schwierigkeiten!. Durch u.a. die Zuschüsse des Landes Tirol für die Jungmusikerausbildung sind die Einnahmen des Bezirksvorstandes 1979 aber auf ATS 76.670,51 gewachsen und erreichen mit folgendem Kassabericht in der Generalversammlung 1986 ihren Höhepunkt: Ausgaben ATS 568.708,26 (entspricht heute ca. € 82.000,00), Einnahmen ATS 602.927,78, davon Ausgaben Seminar ATS 68.600,00, Ausgaben Musiklehrer ATS 470.000,00, Einnahmen Land Tirol ATS 217.500,00, Gemeinden ATS 83.900,00, Kapellen ATS 300.000,00. Der Grund für diese vergleichsweise hohen Summen war, dass zu dieser Zeit noch viele (Blas-)Musiklehrer über den Bezirksverband abgerechnet wurden. Dies war klarerweise ebenfalls mit einem dementsprechenden Aufwand für den Bezirkskassier verbunden und auch der Bezirksobmann, Bezirksjugendreferent und andere Funktionäre waren natürlich in die Beschaffung von geeigneten Musiklehrern und der sonstigen „Musikschulorganisation“ eingebunden, was damals sicher ein großer Tätigkeitsbereich war und heute zum Wohle aller sehr professionell von den Landesmusikschulen Imst und Pitztal erledigt wird.

 

 

Womit wir auch schon beim nächsten Thema wären: der Ausbildung der Jung- und Nachwuchsmusikanten, was natürlich ein wichtiges Aufgabengebiet des BBMV Imst darstellt. Früher natürlich mehr als heute, wo die Landesmusikschulen Imst und Pitztal nun diese Aufgabe mit bestens ausgebildeten Musiklehrern hervorragend meistern und selbst von finanziellen Mitteln des Landes Tirol, der dazugehörigen Gemeinden und den Musikschulbeiträgen erhalten werden. Aber das war nicht immer so. 1968 Schreibt der BBMV Imst an seine Musikkapellen: „Die Musikschule der Stadt Imst hat im 2. Semester dieses Schuljahres mit dem Unterricht für Bläser begonnen. Unterrichtet werden alle in den Musikkapellen gebräuchlichen Instrumente, jedoch wird die Anzahl der aufzunehmenden Schüler vorläufig noch beschränkt sein, da die vorhandenen Lehrkräfte nur bedingt ausreichen werden.“ Ins Leben gerufen wurde diese Möglichkeit vom damaligen Bezirkskapellmeister Michael Lang, welcher auch gleichzeitig Leiter der Musikschule der Stadt Imst (diese wurde am 09.04.1953 gegründet und wurde 1995 ebenso wie die Musikschule Pitztal zur Landesmusikschule) war. Das Angebot war aber eher an die „Auswahlschüler“ gerichtet und wurde nach Aussage von BKpm. Lang im Jahre 1969 nur schwach angenommen (ebenfalls 1971 wurden immer noch lediglich für 9 Blasmusikinstrumentenschüler Musikschulbeiträge vorgeschrieben), was vielleicht an den damals vergleichsweise eher hohen Kosten von ATS 100,00 für den Einzelunterricht und ATS 60,00 für den Gruppenunterricht (jeweils pro Unterrichtsmonat zu zahlen) gelegen haben könnte. Allerdings waren auch gut ausgebildete Lehrer auf Blasmusikinstrumenten noch für geraume Zeit Mangelware. Jedenfalls lässt die Einführung des Bläserunterrichtes in der Musikschule der Stadt Imst (eine Musikschule im Pitztal gab es dann erst später) 1968, den Schluss zu, dass davor ausschließlich Fächer wie Klavier, Streichinstrumente, Gitarre, Gesang u.a. unterrichtet wurden. Das Musikschulangebot sollte aber noch für längere Zeit eine untergeordnete Rolle in der Ausbildung der jungen Blasmusikanten bleiben. Meist wurde die Ausbildung der Nachwuchsmusikanten von der Musikkapelle wie gehabt selbst in die Hand genommen, oft durch den eigenen Kapellmeister oder durch gute Musikanten auf deren jeweiligen Instrument, seltener durch eigens vom Tiroler Blasmusikverband geschulten Instruktoren (oft „einfache“ Vorläufer der heutigen Musiklehrer). 1972 berichtet BKpm. Lang in der JHV: „An der Musikschule Imst werden derzeit 19 Blechbläser, 6 Flöten- und 8 Klarinettenschüler ausgebildet. Grundausbildung sollte in den Kapellen geschehen.“ Bezüglich der Kosten von ca. ATS 45.000,00 erfolgt ein Ansuchen an den Landeshauptmann. 1973 erfolgt dann der Beschluss der Kulturabteilung der Tiroler Landesregierung mit der Drittelteilung der Kosten für die Jungbläserausbildung zwischen Kulturabteilung, Gemeinde und Kapelle (Schüler). Im selben Jahr wird auch erstmals ein Bezirksjugendreferent gewählt: Dir. Hans Heiß, welcher diese Funktion viele Jahre bis 1990 sehr verdienstvoll ausüben wird. Sein erster Bericht: 83 Jungmusikanten sind in Ausbildung, 9 haben Jungbläser-Leistungsabzeichen erhalten. Wobei die Jungmusikanten damals neben der eigenen Musikkapelle oft in vom Bezirksvorstand organisierten regionalen Bläserkursen (Veranstaltungsorte meist Wenns und Imst) unterrichtet wurden. Bezirksobmann Josef Neururer berichtet 1974: „Kurse des Blasmusikverbandes sind derzeit sehr gut besucht, finanzielle Mittel für das laufende Schuljahr sind bereits gesichert und auch schon eingetroffen, den Kurs in Wenns besuchen 27 fortgeschrittene Bläser aus dem Pitztal, die größten Schwierigkeiten bereitet es, geeignete Lehrer zu finden.“ BJR Heiß kann 1974 schon von 131 Jungmusikern in Ausbildung, sowie 15 Jungmusikerleistungsabzeichen berichten. Unter Bezirksjugendreferent Heiß wird 1975 auch erstmals das Jugendseminar beim Landesschülerheim (mit Übernachtung) in Imst in der Dauer von 6 Tagen in der Karwoche veranstaltet, wo dann anschließend daran die Jungbläser-Leistungsabzeichen abgelegt wurden (dieses Jugendseminar hat dann 13-Mal bis 1987 stattgefunden). Teilnehmer beim ersten Jugendseminar waren 36 Jungmusikanten zum Selbstkostenbeitrag von ATS 100,00. Natürlich war dieses Jugendseminar auch mit Kosten für den BBMV Imst von ca. ATS 28.000,00 verbunden, welcher dafür u.a. Subventionen vom Land Tirol über den Tiroler Blasmusikverband erhalten hat. 1976 berichtet Bezirksjugendreferent Dir. Heiß bei der JHV: derzeit werden 128 Jungmusikanten ausgebildet und in 7 Kapellen gibt es Jugendreferenten, 23 Jungmusikanten legten die Prüfung des Jungmusiker-Leistungsabzeichen in Bronze ab, bisher haben Leistungsabzeichen im Musikbezirk bekommen: 37 in Bronze, 11 in Silber und 1 in Gold. Nach dem Schulunterrichtsgesetz besteht die Möglichkeit, bereits in der Volksschule Spielmusik einzuführen. Bei dieser Spielmusik in den Volksschulen dürfte es sich um eine Möglichkeit ähnlich der heutigen Bläserklassen gehandelt haben. Die Bläserklassen (dort erlernen die Kinder im Gesamtspiel ihre Instrumente für eher einfache Stücke) in den Volksschulen geben, wo diese möglich sind, meist wichtige Impulse in der Nachwuchsarbeit der Musikkapellen und Musikschulen. Musikschulleiter Michael Lang berichtet 1976: An der Musikschule Imst werden derzeit 18 Holz- und 14 Blechbläser ausgebildet. Große Verdienste um das Blasmusikwesen und die Jungmusikantenausbildung hat sich auch Dir. Franz Schennach erworben, welcher in mehreren Musikkapellen als Instruktor sowie Kapellmeister tätig war und ca. 20 Jahre lang auch den Musiknachwuchs auf die theoretische Jungmusiker-Leistungsabzeichenprüfung vorbereitet hat. 1978 berichtet Bezirksobmann Josef Neururer: „Nachwuchsschulung: Das Problem ist, Fachleute zu finden. In der Musikschule Imst hat es diesbezüglich in den letzten Jahren Schwierigkeiten gegeben. Spitzen-Jungbläser in die Musikschule Innsbruck senden.“ 1979 teilt hier Dr. Knoflach vom Kulturamt der Tiroler Landesregierung mit: „In Imst hat man auch sehr früh mit Aktivitäten begonnen, aber heute freut es ihn sehr, dass man zum ersten Mal gemeinsam die Probleme bespricht. Im Vorjahr waren es allein in Musikschulen ca. 7.500 Schüler. Dieser Zustrom zu den Kapellen führte zu Problemen wie z.B. zu wenig Lehrer, Räumlichkeiten und Schulen. Daher begannen die Kapellen die Jugend selbst auszubilden.“ Wie schon berichtet schwoll dann der (finanzielle) Aufwand für den BBMV Imst bis Mitte der 1980er Jahre stark an und ging dann durch die gänzliche Übernahme der Jungmusikerausbildung in den Musikschulen und dem dann folgenden direkten Musikschulengagement des Landes Tirol entsprechend drastisch nach unten. Die Gründung der Musikschule Pitztal geht übrigens zurück auf eine Initiative der vier Pitztaler Gemeinden anlässlich des Tiroler Gedenkjahres 1984. Bis zur Übernahme ins Tiroler Musikschulwerk mit September 1995 wurde sie als Verein geführt. Nachdem 1987 das letzte Jungbläserseminar in der Landeslehranstalt stattfand, wird 1988 auf Initiative von Dir. Friedl Bubik, welcher im selben Jahr die Musikschulagenden von Bezirksobmann Hermann Hausberger übernommen hat, ein „Workshop“ mit 51 Jungmusikanten abgehalten. Dieser 3-tägige „Workshop“ wurde dann bis 1994 gemacht und 1995 hat wieder ein „Jungbläserseminar“ mit Übernachtung in der Hauptschule Unterstadt stattgefunden, wobei dann zwischen einem „Jungbläserseminar“ und einem „Workshop“ mittlerweile kein Unterschied mehr zu bestehen scheint, da sowohl der „Workshop“ , als auch das „Musik-Seminar“ 4-tägig im Schülerheim Imst mit Übernachtung bis 1999 abgehalten wurde. 1997 gab es hierbei eine Zusammenarbeit mit dem Bezirksverband Silz, den LMS Pitztal, Ötztal und Imst bezüglich eines „Fortbildungskurses“ in der Osterwoche mit Übernachtung. Im Jahre 2000 fand dann die erste Jugendblasorchesterwoche in Roppen noch mit Unterstufe und Oberstufe (es kam später auch das Miniorchester dazu und das Oberstufenorchester wurde in Auswahlorchester umbenannt) auf Initiative von Bezirksjugendreferent Helmuth Schmid, Musiklehrer Tobias Zangerl und Bezirksschriftführer Richard Pohl statt. Richard Pohl hat die Jugendblasorchesterwoche sowie die gesamte Jugendarbeit des BBMV Imst dann in den Folgejahren in unterschiedlichen Funktionen, zuerst als Bezirksjugendreferent, anschließend als Bezirksobmann gemeinsam mit Bezirkskapellmeister Klaus Heiß geprägt und die Jugendblasorchesterwoche konnte rasch ca. 140 Teilnehmer für sich verbuchen und 2010 dürfte mit 168 Teilnehmern der Höchststand erreicht worden sein. Seit 2017 wird auf Initiative des Bezirksjugendreferententeams Mirko Schuler und Dir. Norbert Sailer das „MusikCamp“ abgehalten, wo die Kinder und Jugendlichen beim Hochzeigerhaus in Jerzens mit gemeinsamer Übernachtung an 3 Tagen intensiv proben um das Programm eines Abschlussabends einzustudieren. Natürlich kommt die wichtige Kameradschaft unter den Teilnehmern dabei ebenfalls nicht zu kurz. In Bezug auf die Jugendblasorchesterwoche, das „MusikCamp“ aber auch die sonstigen Jugendaktivitäten ganz wichtig sind (und ohne welche diese Veranstaltungen aufgrund des schmalen Budgets des BBMV Imst nicht stattfinden könnten): Unsere Gönnerinnen und Sponsoren. Allen voran unsere Gönnerin Maria-Luise Rampold, welche uns jederzeit tatkräftig unterstützt und nicht zu vergessen natürlich auch unsere Gönnerin Gretl Patscheider für ihr großes Engagement. Unerlässlich sind für uns natürlich ebenfalls die Unterstützung unserer Sponsoren: der Sparkassen Imst AG, dem Land Tirol im Rahmen der Kulturförderung und einzelner Gemeinden im Musikbezirk. Ihnen gebührt unser aufrichtiger Dank! Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle auch bei allen aktiven und ehemaligen Bezirksfunktionären für ihren unermüdlichen Einsatz für den BBMV Imst und seine Mitgliedkapellen, sowie ebenfalls bei den Landesmusikschulen Imst und Pitztal für die gute Zusammenarbeit - es ist sehr erfreulich, dass zurzeit beide Direktoren (Norbert Sailer von der LMS Pitztal und Johannes Nagele von der LMS Imst) im Vorstand des BBMV Imst vertreten sind.

 

 

Sonstige wichtigere Ereignisse der letzten Jahre:

 

  •  2002: Schaffung eines Pitztaler Auswahlorchesters anlässlich der        Veranstaltung „Pitztaler Klangwolke“
  • 2004: Neue Statuten und eine neue Geschäftsordnung für den BBMV Imst werden beschlossen und seit dem 01.12.2004 ist er  dann erstmals als Verein im Vereinsregister eingetragen. Bezirkswertungsspiel in Tarrenz.
  • 2006: Projekt 30+ mit musikalischem Leiter Musikschuldirektor Karl           Schuchter und organisatorischen Leiter Bezirksobmannstellvertreter Richard Röck wird für die älteren Musikanten ins Leben gerufen und findet auch      2007 nochmals statt
  • 2009: Bezirksmarschwertung in Karres; Anlässlich des "Andreas Hofer"-Gedenkjahres treffen sich die Pitztaler Musikkapellen (außer die MK Arzl)      zu Marschproben für den Pitztal-Block in Jerzens und dabei wird die Idee      eines "Pitztaler Blasmusikfestes" mit allen Musikkapellen des Tales geboren  und seit 2009 findet dieses Fest (nunmehr mit der MK Arzl) alljährlich bei   einer anderen Musikkapelle des Tales statt. Ab dieser Zeit fungiert auch Obmann Norbert Huter (er ist seit 2011 auch Bezirksobmannstellvertreter) von der Musikkapelle Piller als Sprecher der Pitztaler Musikkapellen und   organisiert die talweiten Obleutetreffen.
  • 2011: Die erste Homepage für den BBMV Imst wird von Bezirksschriftführer Simon Stelzhammer erstellt und geht online. Bezirkswertungsspiel in Arzl.
  • 2012: Erstmals wird die Generalversammlung des Tiroler Blasmusikverbandes im Musikbezirks Imst (Trofana Raststätte) abgehalten.
  • 2013: Bezirksmarschwertung in Imst
  • 2014: Klaus Heiß wird zum Ehrenkapellmeister des BBMV Imst ernannt.
  • 2015: Das Auswahlorchester in der Jugendblasorchesterwoche wird von Landeskapellmeister Mag. Hermann Pallhuber dirigiert. Bezirkswertungsspiel  in Arzl.
  • 2016: Wird das Auswahlorchester gemeinsam mit dem Musikbezirk Landeck, unter deren Projekt „la.sinfonica“ geleitet von Dirigent Stefan Köhle, durchgeführt.
  • 2017: Bezirksmarschwertung in Piller
  • 2019: Bezirkswertungsspiel in Tarrenz
  • 2020: Dieses Jahr geht wohl als das aussergewöhnlichste Jahr seit dem 2. Weltkrieg in die Geschichte ein. Das Corona-Virus schlägt die ganze Welt in ihren Bann. Davon bleibt auch die Blasmusik im Musikbezirk nicht verschohnt: alle Frühjahrskonzerte werden abgesagt, ebenso das Bezirksmusikfest in Roppen, das Pitztaler Blasmusikfest sowie das MusikCamp. Als man sich in Österreich noch ziemlich "in Sicherheit" wähnte, hat die Bundesregierung in einer Pressekonferent am 10.03.2020 Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus in Österreich bekanntgegeben, welche rasch immer drastischer wurden, so hat es schon ab 15.03.2020 eine grundsätzliche Ausgangssperre für die  Bevölkerung gegeben und an Proben  oder gar Ausrückungen war nicht mehr zu denken. Der schon am 10.03. vorhersehbare starke Anstieg der Infiziertenzahlen in den folgenden Tagen und Wochen konnte durch diese Maßnahmen stark eingebremst werden und ab 03.04. sanken die aktiven Krankheitsfälle dann langsam. Seit 14.06. sind nun  wieder Vollproben in den Musikkapellen möglich und von vielen wurde als ungewöhnlich "mageres" Sommerprogramm meist nur ein paar Platzkonzerte gespielt. Sowohl Proben als auch Konzerte oder sonstige Ausrückungen waren und sind nur unter Einhaltung von           Corona-Virus-Schutzmaßnahmen möglich und wir sind              gespannt was der  Herbst 2020 bringt, da nun wieder steigene Infiziertenzahlen zu verzeichnen sind. Eine Besserung der Lage verspricht wohl erst der Frühjahr 2021, wenn die Welt nach aller Voraussicht über einen Impfstoff gegen das aktuelle            Corona-Virus verfügen dürfte.

 

 

Quellenangabe: Aufzeichnungen der Bezirksschriftführer, Chronik der Musikkapelle Arzl, „Das große Tiroler Blasmusikbuch“ von Egg u. Pfaundler, Homepage: der Postmusik Imst, der LMS Pitztal, der LMS Imst (Hinweis: Die Chronik wurde fast gänzlich aus den genannten Quellen, in Verbindung mit meinem eigenen aufgrund meiner Tätigkeit als Bezirks- und Musikkapellenfunktionär erworbenen Wissenstand, von mir erstellt. Da die Quellen nicht alle Tätigkeitsbereiche vollständig dokumentiert erhalten haben – bis 1964 sind ja nur sehr dürftige Aufzeichnungen erhalten – und mein eigener Wissensstand lediglich ein Bruchteil der über 72-jährigen Geschichte abbilden kann, sind natürlich Irrtümer, Fehlinterpretationen und wichtige Lücken in der Chronik nicht ausgeschlossen, z.B. konnte ich durch Recherche beim Tiroler Blasmusikverband leider keine relevanten Fakten vor 1964 sammeln – da dieser selbst auch nur über sehr spärliche Dokumente aus dieser Zeit verfügt. Ich bitte daher mich auf solche Fälle hinzuweisen, damit ich entsprechende Korrekturen und Ergänzungen an diesem Chroniktext vornehmen kann.)